Aargau pfeift Ärzte bezüglich Versandapotheken zurück

Aus der NZZ-Online.

Ärzte, die Aktionäre der Versandapotheke zur Rose AG sind, dürfen im Kanton Aargau künftig keine Medikamente mehr über diesen Vertriebskanal verkaufen. Dieser Versandhandel stelle eine Umgehung des Selbstdispensationsverbotes dar, hält das Aargauer Gesundheitsdepartement in einem am Dienstag veröffentlichten Entscheid fest. Das Departement heisst damit eine Beschwerde der Aargauer Apotheker gut.

Was ist los in der Schweiz? In Deutschland gehören die Versandapotheken schon lange zur Tagesordnung und tragen deutlich zu tieferen Medikamentenkosten bei. Man muss unterscheiden zwischen dem Versandhandel und der Entstehung von Medikamenten-Versandhandel mit ausschließlich Ärzten als Eigentümern. Der Versandhandel muss in der Schweiz weiter liberalisiert werden.

Die Patiententaxe ist ein weiteres Problem. Viele Versandapotheken verzichten auf die Patiententaxe. Bei einigen Apotheken kann sich der Preis für das Medikament verdoppeln wegen der Patiententaxe. Die Patiententaxe wird z.T. auch dann verlangt, wenn der Kunde keinen Eintrag in das Patienten-Dossier wünscht. Die Stadelhofen-Apotheke verlangt z.B. keine Patiententaxe weil sie die Fragerei der Kunden leid ist und zuviel Zeit verliert.

Couchepin will Arzneimittelpreise senken

Nachdem der Bundesrat Couchepin gemerkt hat, dass die Selbstbehaltsregelung nicht ‘weiterdrehen’ tut wenn die Originalhersteller auch Ihre Preise gesenkt haben, geht es nun weiter mit der Senkung der Arzneimittelpreise. Aus der NZZ.

Reduzieren möchte Gesundheitsminister Pascal Couchepin die Medikamentenpreise überdies mit einer neuen Preisregelung für Generika. Im Herbst soll der Bundesrat zu diesem Zweck über ein zweites Paket im Bereich der Medikamentenpreise entscheiden, über dessen Inhalt Couchepin am Mittwoch allerdings keine näheren Angaben machen wollte. Jene Originalpräparate, für die ein billigeres Nachahmerprodukt angeboten wird, werden den Versicherten schon seit 2006 mit dem doppelten Selbstbehalt belastet, was zu einem sprunghaften Anstieg des Generika-Absatzes führte. Das Eidgenössische Departement des Innern stellt auch ein drittes Paket zur Senkung der Medikamentenpreise in Aussicht, welches verabschiedet werden soll, sobald das Parlament die Beratung der bisherigen KVG-Vorlage zu den Arzneimittelpreisen abgeschlossen hat.

Ebenfalls erwähnenswert ist die eHealth Strategie vom Bund. Aus der NZZ.

Neben dem elektronischen Patientendossier sollen auch die «Online-Dienste» gestärkt werden. Hier soll das Potenzial des Internets zur Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz eingesetzt werden. Bis Ende 2010 sollen die gesundheitsbezogenen Online-Informationsangebote von Bund, Kantonen und Gemeinden sowie internationalen Organisationen über ein gemeinsames Gesundheitsportal zugänglich sein.

Gerne erzählen wir dem Bund über unsere Medikamenten-Informations-Dienste ODDB.org und Generika.cc.